Juni 7

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Zeit für mich: 7 unkomplizierte Möglichkeiten, deine Akkus im trubeligen Mama-Alltag aufzuladen

„ES REICHT MIR JETZT!“

Mit einem halben Blick sehe ich mich selbst im Badezimmerspiegel: Haare zerzaust. Augen aufgerissen. Hektische rote Flecken an den Wangen.

Gerade noch kein Schaum vor dem Mund.

„Macht euch jetzt end.lich. fert.ig. und… Geht! Ins! Bett!“

Meine Kinder turnen fröhlich durchs Badezimmer. Komplett angezogen bewerfen sie sich jauchzend mit ihren Schlafanzügen. Sie sind offensichtlich gänzlich unbeeindruckt von meinem Schreimutter-Ansatz.

Ich habe die Schultern hochgezogen und alle Muskeln sind angespannt. Während ich – auf die uneffektivste Art und Weise – versuche meine Kinder zur Kooperation zu bewegen wird mir klar:

Nein, so geht das nicht!

Das Schlimme ist: Ich weiß ganz genau, dass diese Situation höchsten zu 20% an ihnen liegt.

Und zu 80% an mir.

Denn Kinder bringen uns zwar öfter an unsere Grenzen. Doch sie sind immer wunderbar.

Und sie verdienen respektvolle Begegnung auf Augenhöhe.

Damit das funktioniert muss ich dafür sorgen, dass meine Akkus – auch abends noch – aufgeladen genug sind.

Kommt dir das bekannt vor?

Zeit für mich: Die Quelle, aus der liebevolles Verhalten entspringt

Eines vorab: Du bist die beste Mutter für deine Kinder, denn Gott hat dich für sie ausgewählt.

Du brauchst gar nicht immer gut gelaunt und ausgeglichen zu sein.

Das wäre seltsam. Und unmenschlich.

Doch: Wie willst du immer geben und geben und geben, wenn du selbst nichts mehr hast?

Ehrliche Worte aus eigener leidvoller Erfahrung: Das funktioniert nicht.

Es ist wie deine Blumen mit Wasser aus der Regentonne zu gießen und die Tonne, wenn sie leer ist, mit Willenskraft die Tonne wieder auffüllen zu wollen. Blumen gedeihen nicht mit „gewolltem“ Wasser. Wenn DAS funktionieren würde, könnte selbst ich eine Zierpflanzen-Gärtnerei öffnen und meine bemitleidenswerten Zimmerpflanzen würden inzwischen mein komplettes Wohnzimmer beherrschen.

Gehörst du auch zu den unzähligen Frauen und Müttern, die sich wundern, warum sie plötzlich so unglaublich angespannt sind?

Die sich fragen, warum ihnen das Leben so anstrengend vorkommt?

Die das Gefühl haben, sie geben, geben, geben und bekommen nichts zurück?

Das ist jetzt wahrscheinlich unangenehm, aber bleibe trotzdem bei mir.

Ich weiß, wovon ich spreche, denn ich stolpere auch immer wieder in diese Falle.

Ich habe dir etwas anzubieten, das dein Leben leichter macht!

Also nochmal Klartext:

Du kannst nur so viel verteilen, wie Wasser in deiner Wassertonne ist. Dann muss die Tonne wieder aufgefüllt werden. Mit neuem Regen. Genau wie beim Gießen brauchst du auch in deinem Alltag einen Vorrat, aus dem du schöpfen kannst.

Die Lösung ist einfach, aber nicht leicht.

Wenn meine Energie-Regentonne leer ist, dann nehme ich mir Zeit für mich. Es ist der Regenschauer, der meine persönliche Regentonne wieder auffüllt.

Lass es für dich regnen. Nimm dir Zeit für dich und kümmere dich um DICH. Damit deine Vorräte wieder gefüllt sind und du von diesen Vorräten auch an deine Kinder weitergeben kannst.

Wie finde ich Zeit für mich: 7 Möglichkeiten für Auszeiten im trubeligen Familienalltag

Zeit für mich zu FINDEN ist unmöglich. Ich muss sie mir nehmen. Denn der Familienkalender ist wie mein Arbeitskalender. Er füllt sich und füllt sich.

Wenn du dann schaust, wann du Urlaub nehmen könntest, dann eignet sich eigentlich kein Zeitraum wirklich gut. Das gleiche gilt für deine Zeit für dich.

Du musst sie dir NEHMEN und genau so planen, wie deinen Urlaub.

Ich höre dein Hirn rattern und durch die Weiten des Internets dringt dein Ächzen bis zu mir.

„Oh nein, Elske… NOCH ein extra Termin – jetzt muss ich mir auch noch das To Do ‚ZEIT FÜR MICh‘ auf die Liste schreiben?!?“

Keine Sorge!! Du musst nichts TUN. Nur vorher einplanen.

Du trägst dir deinen Urlaub auch rechtzeitig vorher ein. Und in der Zeit darfst du tun, was du willst.. zumindest oft.

Also: plane dir Zeit ein für dich. Am besten du nimmst dir einen Tag frei und machst KEINE Termine. Kein „nur mal kurz den Zahnarzttermin, der schon so lange ansteht“ oder „ach, gut. Da kann ich mich gleich um den Einkauf fürs Wochenende kümmern.“

Aber dazu gleich, wenn ich zu meinem absoluten Geheimtipp komme (psst… das ist die ELLA-Auszeit).

Zeit für mich – Möglichkeit 1: Die ultimative erste Hilfe Maßnahme

Die wirksamste erste Hilfe Methode, dich ich kenne geht so:

Stelle dich mit beiden Füßen bewusst auf den Boden.

Fühle den Boden unter deinen Füßen und wie er dich trägt.

Atme.

Mache drei oder vier tiefe Atemzüge.

Fühle, wie dein Bauch sich wie ein Ballon füllt.

Und dann lasse alles mit dem Ausatmen aus dir rausfließen.

Du wirst sehen, dass du dich sofort leichter fühlst. Und das Schrei-Bedürfnis darf ebenfalls aus dir herausfließen und versickern wie Wasser im Sand.

Zeit für mich – Möglichkeit 2: Raus hier!

Wenn du die Gelegenheit hast, dann gehe eine Runde um den Block oder durchs Feld. 5 Minuten können schon genug sein. Und wenn möglich, dann erweitere auf 15 Minuten oder eine halbe Stunde.

Wobei ich sofort zugebe, dass ein 30-minütiger Spaziergang eine Qual für mich ist. Aber 15 Minuten bekomme ich gut hin.

Selbst wenn du, wie ich, keine große Spaziergängerin bist wirst du merken, wie du abschaltest. Lass am besten das Handy zu Hause. Betäube dich nicht mit Musik oder Geschichten, sondern gehe in Resonanz mit deiner Umwelt.

Zeit für mich – Möglichkeit 3: Der Joker

Hast du es dir schon gedacht? Ich rede vom Fernseh- oder Tablet-Joker. Bei uns ist tagsüber der Fernseher fast nie an. Deshalb funktioniert das wun.der.bar.! In der letzten Lockdown-Phase war ich so am Limit, dass ich uns ein Netflix-Abo für einen Monat gebucht habe. Und es war super.

Ich weiß, dass du achtsam mit Bildschirm-Zeit umgehen möchtest.

Wenn du mal kurz Zeit zum Durchatmen brauchst, dann spiele den Fernseh-Joker.

Eine Folge.

Genieße die 30 Minuten Stille.

Zeit für mich – Möglichkeit 4: Ein Zen Moment

Du kannst das auch andersherum spielen. Anstatt die anderen zum Schweigen zu bringen kannst du dir die Stille auf die Ohren holen.

Ein sehr beliebtes Stück Technik, das jede Aussortier-Aktion übersteht und definitiv noch lange nicht auf der Checkliste zum Ausmisten (LINK) steht, ist unser Kopfhörer mit „Noise Cancelling“ Funktion.

Funktioniert folgendermaßen:  Ein Gegengeräusch wird

Meine Kinder wissen, dass ich – mit Kopfhörer auf – nur bei spritzendem Blut, Feuer oder Überschwemmung gestört werden kann. Das funktioniert natürlich nur, wenn deine Kinder schon alt genug sind, sich nicht ständig selbst in Gefahr zu bringen.

Aber man kann es schon sehr früh einüben.

Vielleicht klappt es ja, dass du das mit Möglichkeit 6 kombinierst und sogar noch eine kurze Meditation machst. Dafür gibt es extra Meditations-Apps. Aber vielleicht ist es auch zu viel gewollt.

Trotzdem: Genieße die Stille!

Zeit für mich – Möglichkeit 5: Sich erden

Was wirklich gut tut und was sich besonders anbietet, wenn du in der Stadt wohnst ist: dich erden. Suche dir einen Platz am Fenster. Nimm dir vielleicht ein Glas Wasser.

Dann finde ein Stück Erdboden. Sei er auch noch so klein.

Schaue zwei Minuten auf den Boden.

Funktioniert super in Kombination mit Möglichkeit 1: Atmen.

Komme „runter“.

Finde deine Wurzeln wieder.

Dann atme nochmal tief ein und seufze alle raus.

Stelle dir vor, wie die ganze Anspannung in genau diesem Stück Boden versickert.

Zeit für mich – Möglichkeit 6: Komme in den Moment

Ich hatte es bereits in Möglichkeit 1 angedeutet, denn das erste Hilfe Atmen ist eigentlich nichts anderes als eine Mini-Meditation.

Wenn du dir mit einer der vorhergehenden Möglichkeiten etwas mehr Freiraum geschaffen hast, dann ist eine kurze Meditation, z.B. mit der 7Mind oder der Headspace App eine Möglichkeit im Moment anzukommen und dich einmal kurz zu besinnen, wo und wer du bist.

Automatisch füllt sich dabei dein Akku.

Deine Kinder machen vielleicht sogar gerne mit? Eventuell ist es nämlich gerade so anstrengend, weil sich auch eine kurze Auszeit brauchen.

Probiere es aus.

Zeit für mich – Möglichkeit 7 // Die ELLA-Auszeit

Nun kommt mein absoluter Geheim-Tipp: Die ELLA-Auszeit.

Allerdings muss ich dich warnen: Sie ist nicht geeignet, wenn du wenig Zeit hast. Für mich passt das auch nur selten, aber wenn ich mich dazu „durchringe“, dann ist es wirklich regenerierend.

Erlaube dir, das mal ausprobieren.

Hier ist sie also: Die ELLA-Auszeit.

Eine gute Bekannte hat mir verraten, dass sie sich manchmal 4 Stunden nur für sich nimmt und ich bin so begeistert, dass ich diese Idee zur Methode weiterentwickelt habe, die ich dir vorstellen möchte. Da ich will, dass der Impulsgeberin alle Ehre gebührt, habe ich die Methode in Anlehnung an ihren Vornamen strukturiert.

Jeder Buchstabe steht für einen Teil der Methode:

E – Ernsthaft Zeit freischaufeln

Du brauchst: 4 Stunden ungestörte Zeit.

Nimm dir einen Vormittag Überstundenfrei.

Echt.

Tue es – ohne praktischen Termin. Nur für dich.

Okay?

Gut: Du hast dir also einen Tag freigenommen. Die Kinder sind in der Schule oder im Kindergarten. Dein Partner ist arbeiten oder tut was auch immer er möchte AUßER Haus.

Du bist ganz allein zu Hause und niemand kann dich ansprechen.

Jetzt stellst du dein Handy auf Flugzeug-Modus und deinen Timer auf 4 Stunden.

Ja, genau: 4 Stunden!                                                                                  

L – Deine Liste zu Rate ziehen

Und ab jetzt tust du NUR Dinge, die du tun MÖCHTEST.                

Du hast aber wahrscheinlich dasselbe Problem genau ich: Wenn ich plötzlich Zeit für mich habe, dann fällt mir entweder nichts-null-nada-niente ein, was ich in dieser Zeit tun könnte. Oder ich bin überwältigt von den vielen Möglichkeiten, die mir dadurch alle viel zu trivial für meine kostbaren vier Stunden vorkommen.

Problem Nr. 1: Du hast ja mein Handy auf Flugzeugstand. Daher kommt das Handy als Ablenkung nicht in Frage. Also langweile dich ein wenig. Die Zeit dehnt sich dadurch aus. Und dann wirst du eine Idee haben. Ich bin mir sicher. Denn Langeweile ist die ultimative Quelle der Inspiration. Vertraue darauf, dass dir etwas einfällt.

Problem Nr. 2: Du fühlst dich überwältigt von den unzähligen Möglichkeiten. Doch lass dir versichern. Jede dieser Möglichkeiten ist es wert, dass du sie ergründest. Du darfst die ELLA-Auszeit noch oft anwenden. Also beginne mit der einen Sache, die dir auf dem Herzen liegt. Vielleicht möchtest du schon lange mal wieder Jane Austens „Pride and Prejudice“ lesen. Oder du nimmst dir Zeit für eine ausführliche Dusche mit schöner Meditationsmusik im Hintergrund. Ein Spaziergang um den Block und einen Moment mit Gott? Ein Kaffee auf dem Balkon oder im Garten? Oder all das – in genau dieser Reihenfolge.

Damit du einerseits ganz entspannt sein kannst, weil du nichts vergisst und andererseits beim nächsten Mal nicht dasselbe Problem hast nun also der nächste Punkt: Schreibe dir eine Liste mit schönen Dingen, die du während deiner ELLA-Auszeit tun könntest.

Auf meiner Liste steht zum Beispiel: Lesen, Sauna, Zeit für Gebet, Schlafen (!!), mir etwas leckeres und gesundes zu Essen machen, auf der Liege im Garten abhängen, Duschen.

Was könnte auf deiner Liste stehen?

L – Lass es!

Dieser Punkt ist wirklcih wichtig, daher habe ich ihm einen eigenen Buchstaben gewidmet: Lass es! Das soll heißen: Lass dich auf keinen Fall und unter keinen Umständen ablenken. Und damit meine ich die Wäsche, die eigentlich immer ruft. Und die Krümel unter dem Küchentisch – keine Ahnugn wo die shcon wieder herkommen?!?

All diese Dinge rufen immer. Sie scheinen irgendwie eine eigene Stimme zu haben. Aber: Lass es!

Die Dinge müssen dir dienen und nicht du den Dingen.

A – Absolut

… und zwar absolut ungestört.

Ich hatte es schon ganz am Anfang betont, denn es ist wichtiger als du denkst. Sorge dafür, dass niemand außer dir zu Hause ist und auch niemand vor der Zeit nach Hause kommt. Es macht einen echten Unterschied. Daher ist es so gut, einen Tag wirklich frei zu nehmen, wenn die Kinder versorgt sind.

Du brauchst sie nicht, aber ich erteile dir hiermit die Erlaubnis, das Telefon klingeln zu lassen und nicht zu öffnen, falls es klingelt. Es sein denn, du möchtest das wirklich. Tu es nicht aus Pflichtbewusstsein. Es könnte nämlich auch sein, dass du schläfst, richtig?

Da wir gerade darüber sprechen: Schlafen solltest du bei der Erstellung deiner Liste übrigens bedenken, falls das „Zeit für dich“ bedeutet– aber das nur am Rande bemerkt.

Zeit für mich am Wochenende

Du kannst dir auch am Wochenende Zeit für die ELLA-Auzeit nehmen. Ich weiß, dass es oft schwierig ist, sich unter der Woche extra einen Tag oder Vormittag dafür frei zu nehmen.

Das geht am Wochenende, wenn du deinen Partner oder deine beste Freundin oder Oma-Opa für mindestens vier Stunden mit den Kindern aus der Wohnung verbannst.

Eine Frage erlaube ich mir und ich hoffe, dass du sie ganz aufrichtig für dich beantwortest:

Findest du es Verschwendung deiner kostbaren Urlaubstage, wenn du dir „nur“ Zeit für dich nimmst?

Falls du diese Frage mit JA beantwortest, dann lass mich dir sagen: Diese Zeit ist nicht nur für dich! Das ist Zeit, die deiner Familie 1:1 zugutekommt. Es ist die Zeit, in der deine Akkus, deine Quelle wieder aufgefüllt wird.

Ich kenne das Gefühl – es fällt mir selbst immer wieder schwer, mir Zeiten für mich einzuplanen. Probiere es aus und entdecke, was passiert.

Also:

Nimm dir kleine Auszeiten in deinem trubeligen Mama-Alltag.

Und wenn du es irgendwie einrichten kannst, dann nimm dir auch mal eine ELLA-Auszeit!

Auch ich bin „work-in-progress“: Ich brauche all diese Methoden regelmäßig.

Und nun:

Suche dir eine Möglichkeit aus, die du nächstes Mal anwendest, wenn du merkst, dass dein „Regentonne“ leer ist. So hast du sie schon griffbereit, wenn es soweit ist.

Schreibe in die Kommentare, welche der Möglichkeiten du dir ausgesucht hast und welche weiteren Methoden du empfehlen kannst um unsre Akkus aufzuladen.

Bleib neugierig auf dein Leben!

Deine Elske


Tags

alltag, familienleben, leben, muttersein, selbstfuersorge, selbstliebe


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  1. Liebe Elske bin zwar keine Mama mit zwei kleineren Kindern aber deine Anregungen passen in einigen Bereichen auch für eine im Grunde relaxte Oma 👵. Der Blog ist toll aufgebaut und sehr amüsant zu lesen. Hat mir Spaß gemacht.gitta

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