Juli 22

Folge 034: So bekommst du das Gehalt, das du wirklich verdienst // mit Gehaltscoach Karin Schwaer [Podcast]

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Karin Schwaer ist Gehaltscoach für Fach- und Führungskräfte. Mit ihrem Gehaltscoaching unterstützt sie erfolgreiche Menschen dabei, gut gelaunt und bestens vorbereitet in die Gehaltsverhandlung zu gehen.

Sie ist mein erster Interviewgast hier im Podcast und wir sprechen unter anderen über diese Themen:

  • Welches Problem wir Frauen - aus Karins jahrzehntelange Perspektive als Führungskraft - oft bei Verhandlungen haben und mit welchem Perspektivwechsel wir dieses Problem lösen können
  • Wie dein Gehalt direkt mit deiner beruflichen Motivation zusammenhängt
  • Was meine Erfahrungen mit Gehaltsverhandlungen sind
  • Der Weg über den Geschlechtergerechtigkeit hergestellt werden kann und die Notwendigkeit in der Partnerschaft über Finanzen zu sprechen
  • Der Zinseszinseffekt beim Gehalt (totaler Wahnsinn!!)
  • Die ersten essenziellen Schritte, die du gehen kannst, um das Gehalt zu bekommen, dass du verdienst

Ich wünsche dir viel Freude beim Entdecken und

bleib' neugierig auf dein Leben!

Deine Elske

Gehaltscoaching

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Transkript

Hallo und herzlich willkommen bei „Einfach Erfüllt Leben“ - dein Podcast für Minimalismus, der weitergeht als nur ein leeres Zuhause: Dein Podcast für ein erfülltes Familienleben. Mein Name ist Elske und ich bin berufstätige Mutter von zwei kleinen Kindern. Ich bin schon einen langen Weg gegangen und ich möchte mit dir hier unbedingt meine Erfahrungen und meine Erkenntnisse teilen.
Meine Vision ist, dass Frauen in ihre volle Kraft und ihre volle Größe kommen und den Marschbefehl annehmen, den Gott ihnen gegeben hat für ihr Leben. Damit sie ein erfülltes Leben leben können, und zwar direkt aus der Quelle.


Hallo, wunderbare Frau, willkommen zum Podcast! Heute mit meinem ersten Interviewgast. Und ich bin total froh, dass ich Karin Schwaer von GEHALTSSPRUNG für „Sie“ für uns gewinnen konnte. Sie ist eine sehr gute Bekannte von mir aus der Zeit, als ich noch selbstständig war. Und sie hat sich selbst selbstständig gemacht und berät Frauen und auch inzwischen Männer, einfach in Gehaltsverhandlungen zu gehen. Sie wird sich gleich auch selbst noch vorstellen.

Ich bin einfach total froh, dass wir dieses Thema um Finanzen und Gehalt hier auf dem Podcast ein bisschen weiter quasi erweitern können, weil ich es einfach für super-super-wichtig halte. Ich habe echt schon so viele Frauen erlebt, die gesagt haben: Ja, ich weiß nicht, das ist nicht üblich, solche Gehälter zu bekommen in meiner Branche. Oder: Denkst du wirklich, dass das etwas ist, wo ich hinkönnte? Und ich denke immer so: Boah! Ihr wisst doch, was ihr wert seid. Und du merkst, dass irgendwie so ein Defizit besteht zwischen dem Wert deiner Arbeit und dem, was du monatlich auf deinem Konto dafür bekommst. Ich denke, es ist einfach an der Zeit, dass wir Frauen dafür aufstehen, dass wir uns dafür einsetzen, dass wir auch wirklich für den Wert bezahlt werden, den wir liefern, für die Arbeit bezahlt werden, die wir liefern. Und dass wir Verantwortung dafür übernehmen und dass wir die ersten unangenehmen Schritte gehen, um einfach das auf den Weg zu bringen. Und damit sind wir auch ein riesen-wichtiges Vorbild für unsere Kinder und die Generationen, die nach uns kommen. Also wir reden über alle möglichen Themen und ich bin total gespannt, was du davon findest. Bitte heiße Karin mit mir willkommen.

Elske Schönhals: Hallo, herzlich willkommen, Karin. Ich freue mich total, dass du beim Podcast heute dabei bist. Wir haben ja schon ein bisschen vorab geredet, aber ich fange jetzt noch mal richtig an. Also Karin und ich, wir kennen uns aus der gemeinsamen Zeit, als ich noch selbstständig war, aus einer Mastermind-Gruppe. Und ich war immer sehr begeistert davon, wie du da deinen Weg gegangen bist, was du für ein Thema hast. Nachdem ich jetzt in der letzten Podcast-Folge das Thema Finanzen, finanzielle Unabhängigkeit, Geld so mal geöffnet habe hier, ist mir sofort eingefallen: Ich muss Karin einladen. Karin ist nämlich Gehaltscoach. Ich finde das Thema unheimlich wichtig. Du hast angefangen mit Frauen, aber du hast dich jetzt auch verbreitert auf alle möglichen Leute. Erzähl doch einfach mal, stell dich doch mal einfach gerade selbst vor bitte.

Karin Schwaer: Liebe Elske, erstmal, ich freue mich sehr, in deinem Podcast Gast sein zu dürfen. Ich habe ja deinen letzten Podcast auch gehört und habe gedacht: Oh! Sie hat das Thema Geld entdeckt. Das ist ja jetzt spannend. Dann wird‘s ja nicht lange dauern, dass wir vielleicht uns mal darüber unterhalten. Und das war dann ja auch wirklich, wir hatten beide eigentlich den gleichen Gedanken. Also ich freue mich, dass ich hier in deinem Format dann auch dabei sein darf. Mein Name ist Karin Schwaer und ich bin, man sagt jetzt vielleicht so Gehaltscoach für Fach- und Führungskräfte. Und ich unterstütze qualifizierte und im Job erfolgreiche Menschen dabei, gut gelaunt und bestens vorbereitet in die Gehaltsverhandlung, das Mitarbeitergespräch oder auch das Bewerbungsgespräch zu gehen, weil ich finde, das sind die wichtigsten und lukrativsten Gespräche, die man im beruflichen Kontext einfach führen muss, führen kann, also mit dem größten Output. Weil das ist einfach ganz wichtig, sich auch um seine Gehaltsentwicklung zu kümmern, weil wir einfach über den Zinseszinseffekt einfach eine exponentielle Entwicklung über mehrere Jahrzehnte Berufsleben haben, und das sollte man sich in jedem Fall klarmachen. Das war wie gesagt natürlich jetzt auch eine lange Reise, aber mittlerweile merke ich, dass dieses Thema auch einfach immer wichtiger wird. Und ich glaube auch, gerade bei Frauen auch eine andere Präsenz mittlerweile bekommt. Ich glaube, das ist jetzt auch ein bisschen was, was du dann so teilen kannst mit deiner Story. Deswegen freue ich mich einfach hier zu sein. Ich hoffe, das war jetzt nicht zu lang.

Elske Schönhals: Nein, nein. Alles gut! Vielen Dank! Mich würde noch mal interessieren, du kommst - ich weiß das ja, aber meine Hörerinnen wissen das noch nicht - du kommst selbst quasi von der anderen Seite des Verhandlungstisches, hast du mal erzählt. Wie bist du denn dazu gekommen, dass du jetzt genau dich auf dieses Thema Gehalt dann spezialisiert hast?

Karin Schwaer: Ich habe halt Jahrzehnte in der freien Wirtschaft auch als Führungskraft gearbeitet und dabei natürlich auch auf beiden Seiten des Verhandlungstisches gesessen und habe einfach am eigenen Leib erfahren, dass es für Frauen häufig zwei verschiedene paar Schuhe sind, ob sie für sich oder für andere verhandeln. Bei Männern ist das häufig jetzt so stereotyp betrachtet relativ egal, die betrachten das immer so als sportlichen Wettkampf. Bei Frauen ist es eben häufig ein Problem, dass sie Hemmungen haben, wenn es um sie selbst geht. Deswegen sag ich immer: Verhandelt auch nicht für euch selbst, sondern verhandelt für euer späteres Ich. Das wird euch dann nämlich dankbar sein. So als Krücke, um so diese Hürde einfach zu nehmen.

Elske Schönhals: In der Zeit, wo du selbst auch Führungskraft warst - das weiß ich jetzt tatsächlich nicht - hast du da gemerkt, dass Männer und Frauen, also dass Frauen weniger häufig verhandeln? Oder wie genau hat sich das da bemerkbar gemacht?

Karin Schwaer: Ja, in meinem eigenen beruflichen Kontext waren mir viele Dinge überhaupt gar nicht so bewusst, muss ich sagen. Vieles hat man einfach auch hingenommen und das war dann so, wie es war. Und diese Erwartungshaltung, die dann besonders Frauen haben, ich leiste hier doch so viel und da muss doch die andere Seite das jetzt mal sehen und mal aktiv auf mich zukommen und mir fair und angemessen vergüten, was ich denn jetzt eigentlich so wert bin, diese Erwartungshaltung ist häufig so eine ganz unbewusste. Führt aber nun mal selten zum Erfolg. Weil mittlerweile ist mir einfach auch ganz klar geworden, wer nicht fragt, bekommt auch nichts. Also es ist auch eine Frage von Eigenverantwortung, sich wirklich selbst drum zu kümmern, selbst aktiv das Gespräch zu suchen und gut gelaunt und bestens vorbereitet in diese wichtigen Gespräche zu gehen. Und nicht darauf zu warten, dass die andere Seite auf einen zukommt, weil das nämlich in den meisten Fällen zu unglaublichem Frust führen wird. Diese Erwartungshaltung wird sich nicht erfüllen und letztlich führt das dann dazu, dass die Menschen, ja, Frauen oder da sind natürlich auch Männer betroffen - also ich möchte das jetzt nicht nur Frauen beziehen, aber so stereotyp betrachtet ist das da eben häufiger der Fall - dass sich dann so eine Enttäuschung anders kanalisiert, indem man dann demotiviert ist oder solche Dinge. Auch Unternehmen tun sich eigentlich gar keinen Gefallen damit. Aber mittlerweile oder nicht mittlerweile, sondern es ist halt immer noch so häufig. Die am lautesten schreien, bekommen eben auch am meisten. Ja, das sollte man sich einfach klarmachen. Und die Haltung, das habe ich doch nicht nötig, jetzt nach mehr Geld zu fragen, ist eben hochgradig kontraproduktiv, damit schadet man im Zweifel nur sich selbst.

Karin Schwaer: Und es macht ja auch was mit einem. Wenn man weiß, ich mache hier super Arbeit und es wird nicht gesehen, zwischen Anführungszeichen, dann genau wie du gesagt hast, das ist demotivierend. Und das ist andersrum ja auch motivierend, wenn man sagt: Hier, ich mache so eine gute Arbeit, ich möchte auch nach meinem Wert bezahlt werden. Dann gehe ich voran und stehe für mich ein und übernehme die Verantwortung. Das hattest du in unserem Vorgespräch auch schon gesagt, dass man Verantwortung für sich selbst übernimmt und das macht unheimlich viel mit einem. Ich habe selbst, also nachdem ich selbstständig war, habe ich mich auch beworben und da haben wir auch öfter gesprochen, da hast du mich auch beraten, gerade mit dem Thema Vorstellungsgespräch, aber dann auch Gehaltsverhandlungen im Vorstellungsgespräch. Ich habe ehrlich gesagt immer so ein bisschen geguckt: Kann ich das jetzt bringen? Diesen Job würde ich super-gerne machen. Ich habe dann auch was gesucht und ich wollte auch gerne arbeiten. Und dann war es aber so, nach einer Zeit habe ich gemerkt, wenn ich nicht auf mich selbst höre und gucke, was ist mein eigener Wert oder was ist denn mein Minimum, für das ich überhaupt arbeiten gehen würde. Also jetzt nicht irgendwie so, hey Leute, was bringt ihr mir, sondern was ist meine Arbeit wert? Und ab dem Zeitpunkt hat‘s auch geklappt mit dem Jobangebot. Erst, als ich hinter meiner eigenen Arbeit stand, für die ganzen anderen Jobs vorher habe ich alles Absagen bekommen und erst als ich gesagt habe, das ist aber meine Arbeit wert. Und du hattest auch noch mal gesagt, hier, das Limit ist nur in deinem Kopf, im Sinne von: Ich weiß nicht, wenn da steht so und so viel, dann kann ich ja nicht mehr verlangen oder sowas. Und da hat es erst funktioniert. Also diese Arbeitsstelle, die ich jetzt habe, ich bin super motiviert, ich weiß, das Geld stimmt soweit erst mal. Und dann gibt’s halt demnächst den nächsten Schritt, so ungefähr. Ich finde es total wertvoll, also habe ich ja auch quasi deine Beratung am eigenen Leibe mitbekommen.

Karin Schwaer: Ich glaube, bei dir, wenn ich kurz einhaken darf, bei dir war das ja auch ein bisschen so ein Teil des Spiels, nicht das erste Angebot zu akzeptieren. Also ich weiß nicht, ich habe das so im Hinterkopf, dass du damals durchaus auch gesagt hast: Das liegt jetzt auf dem Tisch, aber da gucke ich mal, ob da nicht noch ein bisschen mehr drin sein könnte. Ich weiß nicht, ob du da Lust hast, da noch mal kurz darauf einzugehen. Das fand ich jetzt damals so ganz spannend.

Elske Schönhals: Ja genau. Ich hatte tatsächlich ein Angebot, aber da sollte ich in der Bewerbung meine Gehaltsvorstellung reinschreiben. Und dann haben die noch so als letzten Satz so: Ja übrigens, das mit dem Gehalt, das passt. Da dachte ich: Oh scheiße, unterbezahlt. Das kann ich eigentlich nicht machen, zu wenig. Weil es war auch zu wenig, es war unter meinem Wert, absolut. Ja stimmt, hatte ich schon ganz vergessen. Das war auf jeden Fall ein wichtiger Lernschritt für mich. Und ich hatte auch letztens mit einem Freund gesprochen, und der meinte, in seiner Abteilung, die eine Hälfte der Leute würde immer mal regelmäßig wieder über Gehalt verhandeln. Also jetzt nicht ständig, aber immer regelmäßig so als Wiedervorlage. Und die anderen, die wären so „Okay!“ und dann so „Läuft!“ irgendwie. Dann habe ich ihn auch gefragt: Gibt es denn da auch einen offensichtlichen Unterschied, ob es Männer oder Frauen sind? Dann hat er kurz nachgedacht und gesagt: Ja, tatsächlich. Diejenigen, die verhandeln, das sind eigentlich nur die Männer. Und das hat mich schon sehr schockiert, muss ich sagen. Weil es mir halt früher auch selbst nicht eingefallen wäre, mal in eine Verhandlung zu gehen.

Karin Schwaer: Genau! Deswegen ist es ja so wichtig, dass man sich darüber auch mal austauscht, also jetzt auch so in diesem Format, weil vieles einfach nicht so bewusst ist. Und wenn man dann so mal für sich selbst und seine Situation darüber nachdenkt, bin ich eigentlich schon mal von meiner Seite proaktiv ins Gespräch gegangen oder habe ich das bislang einfach sich so entwickeln lassen, dann kann das schon zu ganz interessanten Schlussfolgerungen führen, würde ich mal sagen. Dass man vielleicht künftig mit dieser gesamten Frage Gehaltsentwicklung, finanzielle Unabhängigkeit eben auch einfach. Also finanzielle Unabhängigkeit ist ja nun mal ein Riesenthema und das besonders für Frauen. Also Altersarmut ist wirklich ein weibliches Thema, da darf man sich nichts vormachen. Ich glaube, man muss sich mit diesen Dingen aktiv beschäftigen. Also um nicht später sich vorwerfen zu müssen, mein Gott, wie konnte ich denn so naiv irgendwie sein? Also so glauben, richtet sich schon alles von selbst.

Elske Schönhals: Ich finde das mit der Altersarmut schon interessant irgendwie. Man könnte ja sagen, ich bin glücklich verheiratet, wir tragen beide bei zum Einkommen. Und dennoch, du hast gesagt irgendwie vorhin mit der Geschlechter-…

Karin Schwaer: Gerechtigkeit.

Elske Schönhals: … Gerechtigkeit, das schafft man nur übers Gehalt. Kannst du da nochmal ein bisschen mehr dazu sagen?

Karin Schwaer: Ja, das ist eigentlich ganz schnell gesagt. Ich bin der festen Überzeugung, dass Geschlechter-Gerechtigkeit nur mit finanzieller Unabhängigkeit einhergehen wird. Solange es finanzielle Abhängigkeiten auch innerhalb von Partnerschaften oder Gemeinschaften gibt, ist man möglicherweise nicht so auf Augenhöhe, wie man denkt oder sich das wünscht. Und deswegen ist das einfach besonders für Frauen ein wichtiges Thema.

Elske Schönhals: Dass man auch innerhalb der Partnerschaft jeder auf eigenen Füßen stehen könnte, wenn man das so möchte? Oder wie meinst du das genau?

Karin Schwaer: Ja, zum Beispiel. Ich meine, gut, es ist ja nun mal in einer Familie eine biologische Tatsache, dass jetzt so Frauen die Kinder bekommen und sich auch darum kümmern. Und das ist ja auch der Grund, dass so diese Notwendigkeiten so in Bezug auf diese Rahmenbedingungen, wie organisieren wir dann unser Privatleben, traditionell auch häufig bei der Frau hängenbleibt. Aber man darf nicht vergessen, dass diese heile Familienwelt auch immer weiter bröckelt. Es ist eben nicht mehr so, dass ein Mann auch eine Altersvorsorge ist. Man muss dann schon gucken, wenn das im Zweifel jetzt nicht gutgeht, wo bleibe ich denn eigentlich dabei? Das ist einfach ein wichtiges Thema, was auch in einer Partnerschaft angesprochen gehört, wie ich finde.

Elske Schönhals: Ja, das ist auf jeden Fall, denke ich auch, man muss auf jeden Fall über Geld sprechen, das ist keine Selbstverständlichkeit. Das ist bei uns auch ein Thema, was gereift ist. Weil wir hatten immer beide Einkommen, also kein Problem, und als dann die Kinder kamen, dann war ja mein Einkommen erst mal nicht mehr da. Und es gibt auch sehr unterschiedliche Einkommensverteilungen, inzwischen ist das anders geworden, aber das war auf jeden Fall auch ein Weg, den wir gemeinsam gehen mussten. Gehst du denn darauf auch ein in deinen Coachings eigentlich, auf diesen Part? Oder geht es dann wirklich um die Verhandlung und um das Gehalt und so weiter?

Karin Schwaer: In meinen Eins-zu-eins-Coachings geht es eigentlich schwerpunktmäßig darum, ein konkretes Gespräch vorzubereiten. Also eine konkret anstehende Gehaltsverhandlung oder ein Mitarbeitergespräch, was ja im Prinzip überhaupt kein Unterschied ist. Und da sind dann solche Dinge wie also so das große Picture irgendwie so finanzielle Unabhängigkeit nicht mehr das Thema. Weil die Menschen, die sich dann an mich wenden, sich ja dazu durchaus Gedanken gemacht haben. Und sagen: Ich muss dieses Thema jetzt angehen. Also die sind vom Mindset im Prinzip schon da, dass sie sagen: Ich kümmere mich da jetzt drum und überlass das auch nicht dem Zufall, sondern tue alles, was ich da tun kann. Weil der Verhandlungserfolg solcher Gespräche einfach zu 80 % in der Vorbereitung liegt. Und da muss ich sagen, sind so meine Kundinnen und Kunden vom Mindset her eigentlich schon genau an dem Punkt, ich will mich da jetzt kümmern und das nicht mehr dem Zufall überlassen. Da ist das dann nicht mehr so notwendig. Aber so diesen Schritt vorher zu tun, dass man sich da überhaupt Gedanken darüber macht, dafür sind natürlich jetzt so diese Formate wie dein Podcast einfach Gold wert. Also so dieses Bewusstsein dafür einfach auch noch mal anders in die Welt zu bringen. Ich habe das Gefühl, das nimmt schon anders Fahrt auf mittlerweile. Also es kommt jetzt auch so im gesellschaftlichen Diskus durchaus an. Aber da kann noch deutlich mehr passieren, meinem Eindruck nach.

Elske Schönhals: Ja, auf jeden Fall! Eine andere Frage, was ich noch so im Kopf hatte von vorhin, weil du gesagt hattest in deiner Vorstellung: Was ist denn der Zinseszinseffekt? Also ich weiß, was Zinseszins ist, ist klar, ich habe in Finanzmathematik aufgepasst. Aber was meinst du denn, Zinseszinseffekt in Bezug auf Gehalt? Das würde mich noch mal interessieren.

Karin Schwaer: Ich sage jetzt mal exponentielle Entwicklung haben wir natürlich dummerweise im letzten Jahr ganz häufig gehört im Rahmen der …

Elske Schönhals: Oh ja!

Karin Schwaer: Ja, muss man jetzt einfach sagen. Und normalerweise hört man vom Zinseszinseffekt auch eigentlich eher in Bezug auf Geldanlagen, also Vermögenswerte schaffen. Aber ich habe auf meiner Webseite zum Beispiel auch ein einfach ganz simples Beispiel, an dem man das jetzt ganz gut erklären kann. Wenn du, ich sag mal, mit 3000 Euro monatlich 36.000 Euro Jahresgehalt irgendwo anfängst, also nur als simples Beispiel, und du bleibst dann da 30 Jahre und nichts passiert in der Zeit, dann hast du nach 30 Jahren 1 Million Euro verdient. Wenn du das schaffst, jedes Jahr nur eine Anpassung von 3 % zu bekommen, ob jetzt mit aktiven Verhandlungen oder weil das Unternehmen vielleicht automatisch Gehaltsanpassungen vornimmt, wie auch immer, bist du nach 30 Jahren bei … was würdest du schätzen?

Elske Schönhals: Ach, mehr.

Karin Schwaer: Und das ist genau das Problem, dass mit exponentiellen Funktionen unser Kopf nicht umgehen kann. Aber ich sag das mal: Das sind 1,7 Millionen Euro nach 30 Jahren. Also ist schon mal ein Unterschied von 700.000 Euro. Wenn du das dann aber schafft, jedes Jahr 5 % Anpassung zu bekommen, dann wärst du nach 30 Jahren bei 2,5 Millionen Euro insgesamt Verdienst über die Zeit. Und das sind einfach 150 % mehr zwischen 1 Million und 2,5 Millionen Euro. Das kann dann schon auch mal so einen Ruhestand durchaus mit finanzieller Sicherheit begleiten, wenn man sich über diese Gehaltsentwicklung einfach mal Gedanken gemacht hat. Weil das ist eben auch ein großer Fehler, dass dann Frauen sagen: Ach, wegen der paar hundert Euro mehr, da mache ich jetzt auch keinen Aufstand. Über die Zeit entwickelt sich das einfach rasant. Und das ist im Rahmen der Gehaltsentwicklung die gleiche Funktion wie das auch bei Aktienanlagen ist oder anderen Dingen, die sich dann eben exponentiell entwickeln.

Elske Schönhals: Krass! Das ist echt super-spannend. Boah, diese Zahlen, die sind einfach - ich bin nicht so ein Zahlenmensch, in meinem Kopf schwirren die jetzt rum - aber das finde ich schon sehr beeindruckend, muss ich sagen. 30 Arbeitsjahre, ich weiß gar nicht, ob ich …, ja, das würde ich wahrscheinlich hinkriegen insgesamt. Frauen fangen ja inzwischen auch ein bisschen später an, in die Arbeitswelt einzusteigen, weil eben Studium noch dazukommt und so weiter.

Karin Schwaer: Es ist jetzt auch nur ein - Entschuldigung, ich wollte jetzt nicht unterbrechen - aber es ist ja nur ein simples Beispiel. Also es macht schon mal Sinn, sich dann in Bezug auf seine eigene Situation auch mal hinzusetzen und das einfach mal hochzurechnen. So nach dem Motto, wie lange bin ich noch im Arbeitsleben und wie muss sich denn eigentlich mein Gehalt entwickeln, damit ich dann auch später sagen kann: Ich habe mich wirklich aktiv drum gekümmert und habe das nicht dem Zufall überlassen.

Elske Schönhals: Ja genau! Mir hat es auch immer geholfen in dem Bewerbungsprozess schon alleine so reinzugehen wie, würde ich mich jetzt ärgern, wenn ein Mann, den ich vielleicht für etwas weniger qualifiziert halte, den Job kriegt mit mehr Geld? Und das war für mich immer so ein kleiner Antrieb, das quasi zu machen. Aber das stimmt, also danach macht man sich wenig Gedanken mehr über oder ich habe mir danach bisher immer wenig Gedanken gemacht über, wie es weitergeht mit dem Gehalt. Du hast ja jetzt gesagt, der erste Schritt wäre, dass man sich mal hinsetzt in Bezug auf seine eigene Situation, mal durchguckt. Ich wollte dich sowieso fragen: Was wäre denn so der erste Schritt in Richtung Gehaltssprung? Weil auf deiner Webseite hast du ja GEHALTSSPRUNG für „Sie“ so als Slogan. Das wäre jetzt wahrscheinlich der erste Schritt. Was wäre denn noch ein zweiter Schritt? Wie kann man dann da weitermachen? Gibt’s irgendwie eine Möglichkeit, irgendwie Buch zu führen? Ich hatte mal von dir gehört, dass man irgendwie so ein Buch führt darüber, was man für Aufgaben übernimmt oder so. Wie geht man da denn dann weiter vor?

Karin Schwaer: Grundsätzlich, wenn man jetzt sagt, ich gehe dieses Thema aktiv an, ich habe auf meiner Webseite in meinem Blog auch schon jede Menge Inspirationen, sag ich mal, also grundsätzlich, wenn man sich dann entschließt, jetzt so ein Coaching mit mir zu machen, dann habe ich immer bestimmte Themenblöcke, die dann da so thematisiert werden. Und da geht es im Prinzip erstmal los mit der persönlichen Situation. In welchem Kontext befinde ich mich da eigentlich? Wie alt bin ich? Welche Qualifikationen? Und so weiter. Dass man das einfach dann nochmal für sich so klar hat, um auch schon so dieses Thema Mindset, ich bin das auch wert und das ist jetzt auch notwendig, dass ich mich um dieses Thema kümmere. Schon mal so, also vom Start weg zu triggern. Dann geht es im weiteren Themenblock darum, dass wir uns angucken die Interessen, die jeweiligen Interessen beider Seiten, also sowohl jetzt meiner Kundin oder meines Kunden, aber auch die Interessen des Verhandlungspartners. Ich sag immer oder ich frag dann immer so: Welches Problem hat denn die andere Seite, das du hilfst zu lösen? Und dann kommt man dann immer auf so ganz spannende Dinge, woraus man dann Argumente einfach ableiten kann. Weil ich sag mal, so grundsätzlich muss man ja Forderungen auch irgendwie legitimieren und das mit vernünftigen Argumenten, die dann auch dazu geeignet sind. Dann gucken wir uns immer gemeinsam an: Was ist denn ein guter Zeitpunkt, um jetzt proaktiv das Gespräch zu suchen, wenn der nicht schon vorgegeben ist? Aber manchmal muss man ja eben selber proaktiv tätig werden, dann gucken wir uns an, was ist ein guter Zeitpunkt. Erarbeiten gemeinsam im Prinzip die Ziele, also die man mit so einem Gespräch verfolgt. Und last but not least die Alternativen. Weil ich immer sage: Wenn so ein Gespräch überhaupt nicht so läuft, wie man sich das so vorgestellt hat, ist es eben ganz wichtig, sich im Vorfeld Gedanken darüber zu machen: Was tue ich denn dann? Was wäre denn mein Plan B? Und dann ist man im Prinzip gut gelaunt und bestens vorbereitet. Das mal so dazu. Und die Frage, die du jetzt, glaube ich, im Hinterkopf hattest, war, dass ich so ein Freebie anbiete, wo ich so eine Vorlage für ein Leistungstagebuch oder Jobtagebuch zur Verfügung stelle. Weil ich immer sage, es lohnt sich einfach, sich mal so in der Woche ein paar Minuten hinzusetzen und zu überlegen, was ist denn diese Woche eigentlich passiert, was habe ich denn eigentlich geleistet, weil man das einfach vergisst. Wenn dann wieder so ein Gespräch ansteht, weil nach der Verhandlung ist ja auch immer vor der Verhandlung, muss man dann im Prinzip, wenn man so ein Leistungs- oder Jobtagebuch geführt hat, nur mal gucken: Welche Argumente, wo habe ich denn jetzt wirklich Dinge auch gut zu Ende gebracht oder einfach gute Arbeit gemacht, die ich dann auch im Rahmen eines solchen Gespräches durchaus auch nochmal anbringen sollte? Weil auch, wenn Frauen das manchmal nicht gerne hören: Marketing ist nicht nur ein Thema von Selbstständigen, Marketing ist auch ein Thema von Angestellten. Also wer sich und seine Leistungen in so einem Unternehmen nicht verkaufen kann oder glaubt nicht verkaufen zu müssen, wird sich im Zweifel oder mit großer Sicherheit eigentlich auch nur selber schaden. Deswegen ist es so wichtig, sich das immer wieder vor Augen zu führen, damit man dann auch, wenn man - ich sage jetzt mal - auch auf Situationen im Unternehmen, die man vielleicht gar nicht so geplant hat, die man aber wunderbar nutzen kann, um für seine eigenen Leistungen zu werben, und wenn es nur ein Kaffeeautomat ist, egal, man hat sie dann aber präsent. Das ist dann immer das, wo ich dann gerne so weiblichen Kundinnen auch sage: Sag mal, wie oft hast du denn irgendwie von männlichen Kollegen am Kaffeeautomaten die gleiche Geschichte gehört? Das ist ja manchmal so wie die Seitenbacher Werbung: Die geht ja allen auf den Senkel, aber sie verfehlt ja ihre Wirkung nicht. Und Männer machen das auch nicht nur, weil sie da so Spaß dran haben, sondern weil sie das einfach intuitiv verstanden haben, dass man eben auch für eine Außenwirkung der eigenen Leistungen sorgen muss. Das vielleicht noch mal. Und da hilft es dann einfach auch, wenn man so einen Job- oder Leistungstagebuch führt, so die Dinge präsenter zu haben, sage ich mal.

Elske Schönhals: Ja, cool! Die Links werde ich auf jeden Fall in die Shownotes geben, also zu deinem Blog, zu dem Leistungstagebuch, was man sich runterladen kann. Dann zum Zinseszinseffekt und auch zu deinem Eins-zu-eins-Coaching denke ich, ist auch auf der Webseite zu finden, oder?

Karin Schwaer: Ja, sehr gerne. Also würde mich freuen. Und mich würde das sehr freuen, wenn wir das geschafft haben, vielleicht so deine Zuhörerinnen und Zuhörer vielleicht so ein bisschen in diese Richtung zu bringen, dass es sie triggert, einfach mal zu gucken: Wie ist das denn bei mir persönlich eigentlich?

Elske Schönhals: Ich find, wie gesagt, das Thema Finanzen und Geld super-super-wichtig. Gerade auch aus so einer Selbstwert-Perspektive finde ich das super-spannend anzugehen. Ich freue mich, dass du da warst. Wie gesagt, alle Links gebe ich in die Shownotes. Also jeder, der da noch was weitergucken möchte, weiterlesen möchte, kann ich wirklich sehr empfehlen, Karins Seite. Ist auch ein Riesenhaufen Blogartikel, wo man sich auch kostenlos informieren kann. Also wirklich cool. Wenn du jetzt noch so eine Sache meinen Hörerinnen mitgeben möchtest, was wäre diese eine Sache? Dann gebe ich dir jetzt das Abschlusswort.

Karin Schwaer: Oh, das ist jetzt aber sehr nett und ich bin total unvorbereitet. Grundsätzlich ist ja dein Thema so dieses ganze Thema auch Minimalismus und einfach leben. Man sollte sich nichts vormachen, Vermögensaufbau ist ein großer Teil von einfach leben und auch Minimalismus. Minimalisten sagen ja, weniger ausgeben und gucken, wie man sich in seinen Konsumgewohnheiten dann vielleicht verändern oder verhalten kann. Aber es ist eben auch ein großer Teil im Prinzip, diese Ersparnisse dann in Bezug auf Vermögensaufbau zu verwenden. Damit dann eben auch dieses einfache, sorgenfreie Leben einem nicht um die Ohren fliegt, weil das finanziell einfach nicht passt. Und ich denke mal, deswegen ist das ganz wichtig, dass du jetzt in diesem Rahmen eben auch dieses Thema mitbeleuchtest. Ansonsten kann ich nur sagen: Mach weiter so! Ich finde deine Podcasts ja immer total spannend und freue mich auf das, was du dir da noch so ausdenken wirst.

Elske Schönhals: Cool! Vielen, vielen Dank!

Karin Schwaer: Sehr gerne!

Okay, das war das Interview mit Karin. Ich hoffe, dass du total viel mitnehmen konntest. Wie gesagt, alle Links sind in den Shownotes. Für mich war es auch wieder superspannend mit ihr zu sprechen. Und gerade dieser Zinseszinseffekt, also das ist jetzt glaube ich zum ersten Mal durchgerieselt in meine Verständnis-Abteilung im Gehirn. Vielleicht hattest du auch solche Aha-Momente, dann kommen auf jeden Fall gerne auf die Folgen-Seite auf meiner Webseite elskeschoenhals.de und schreib mir was zu in die Kommentare, was du dazu denkst. Wenn du noch Fragen hast an Karin oder an mich, dann schreib das bitte auch da rein. Und wenn du möchtest und noch nicht in meinem Newsletter bist, dann kannst du dich auch gerne eintragen. Ich schicke dir als Dankeschön für die Eintragung ein PDF zu: „17 Dinge, die du heute noch ausmisten kannst für ein leichteres Leben“. Und ich hoffe, dass du dranbleibst mit deiner Reise. Du hast dir diese Folge angehört, weil du ja einfach auch gemerkt hast, da ist ein Thema für dich. Und ich möchte dich total ermutigen, dass du da jetzt weitermachst und nicht loslässt. Und bleib neugierig auf dein Leben!

Bleib neugierig auf dein Leben!

Deine Elske


Tags

beruf, finanzen, gehalt, selbstwert, wohlstand


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  1. Liebe Elske,

    ein tolles Format, das du mit deinem Podcast "Einfach erfüllt Leben" entwickelst.

    Ich freu mich sehr, dass ich eine Episode mit gestalten durfte.

    Liebe Grüße

    Karin

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